Winterflucht auf die Kanaren – Fernwanderweg GR132 – Tag 4 – Tag 8
Tag 4 08.02.2026 Sonntag 6 km und 715 Höhenmeter
Valle Gran Rey – 6 km hinter Valle Gran Rey in der Wildnis
Heute ging es weiter. Erstmal ging es um 10.30 Uhr mit dem Bus von San Sebastian nach Valle Gran Rey.
Wir hatten uns schon eine Stunde vorher zum Busbahnhof begeben um ja nicht den Bus zu verpassen.
Manchmal nehmen die Busfahrer, das wohl nicht so genau mit den Zeiten, besonders allerdings an den Zwischen-Haltestellen. Für die muss man sich die Zeiten auch selbst ausrechnen. Alles nicht so einfach.
In der Gemeinde Valle Gran Rey übersetzt Tal des großen Königs, füllten wir noch einmal unsere Wasservorräte auf und gönnten uns ein Eis. Dann ging es um 13.45 Uhr los. Für heute hatten wir nur ca. 6 km geplant. Dann wollten wir wild campen.
Der Weg ging erst über Stufen, viele Stufen und dann über einen steinigen Weg, steil bergan und dazu noch die Sonne, da kam man ganz schön ins schwitzen. Eigentlich war der Weg sehr gut zu gehen, wenn er nicht so verdammt steil gewesen wäre.
Die Gemeinde Valle Gran Rey besteht aus mehreren Hauptorten u.a. La Calera, ein Treppendorf, das sich am Hang befindet. Von hier geht es über unzählige Stufen Richtung Arure. Dieser Weg war früher ein sehr wichtiger Verbindungsweg für die Bevölkerung gewesen. Beim hochgehen dachte ich immer nur, alle Achtung wie mühsam muss das für die Menschen hier gewesen zu sein….
La Calera hat seinen Namen übrigens vom Kalk, der in den Brennöfen auf der Hochebene von La Merica hergestellt wurde. In La Colera wurde der gebrannte Kalk gelagert und durch Zugabe von Wasser gebrauchsfertig gemacht.
Und da wir sehr langsam waren, hatte uns unser Sohn auch schon bald eingeholt und zusammen fanden wir einen schönen Campingspot.
In den 70er und 80er Jahren lockte diese Gegend besonders viele Hippies an. Das Tal wurde sogar mit Aussteigerorten wie Goa oder Kathmandu verglichen.
Bilder zum Tag 4:
Tag 5 09.02.2026 Montag 17 km und 883 Höhenmeter
6 km hinter Valle Gran Rey – Epina
Die Nacht in der Wildnis war gut gewesen und ausgeschlafen und gut gelaunt packten wir zusammen.
Es war nicht so einfach gewesen einen guten Campingspot zu finden, auch wenn die terrassierte Kulturlandschaft sehr verlockend aussieht von weitem. Bei näherer Betrachtung ist es nicht einfach zwischen den vielen Steinen einen Platz zu finden. Früher, als es noch genug regnete, wurden diese Terrassen bewirtschaftet und ich stelle mir das als sehr harte Arbeit vor. Jetzt konnte man hier, ich nehme mal an, herrenlose Schafe zwischen den Terrassen und verlassenen Häusern herumlaufen sehen.
Der Weg war wieder sehr schön, aber wieder so steil und die ungewohnte Hitze dazu, machten es nicht einfacher. Es ist wirklich besser, wenn man aus der deutschen Winter-Kälte kommt, sich erstmal an die Wärme zu gewöhnen. Aber dafür war keine Zeit gewesen und so war es nun einmal.
In Epina nahmen wir uns ein Apartment und gingen ins Restaurant. Nach der Anstrengung konnte man sich auch mal was gönnen und außerdem konnten wir hier auch Wasser kaufen.
Das Apartment war leider nicht so klasse. Es roch sehr nach Schimmel, aber das Restaurant nebenan war sehr gut und der Besitzer super nett.
Tag 6 10.02.2026 Dienstag 16 km und 425 Höhenmeter
Epina – Vallehermoso
Heute morgen war es etwas kühler, was recht angenehm war und wir kamen richtig gut voran. Erst ging es sogar etwas bergab, da wir runter nach Epina mussten. Die Landschaft war wieder überwältigend fast wie im Urwald und mit sehr wenig Plätzen, die sich zum Campen geeignet hätten. Gut dass wir noch das Ferienhäuschen den Abend vorher mieten konnten. Auch war alles sehr feucht und nicht so einfach zu gehen auf den schmalen Wegen, die als sie breiter wurden leider mit Pfützen durchzogen sehr matschig waren. Aber dadurch, dass es vor zwei Wochen hier ordentlich geregnet hatte gab es nicht nur viel Grün sondern halt auch Pfützen.
Gegen Mittag wurde es wieder wärmer, aber so langsam gewöhnte man sich. Und dann veränderte sich die Landschaft wieder total. Es sah fast aus wie in Utah mit all den Farben, den gelben und roten Sand und Steinen. Und dann ging es eigentlich nur noch bergab und noch ein Stück an der Straße entlang zum Ort Vallehermoso, wo man auch sehr gut einkaufen kann. Dort angekommen ging es wieder in ein Hotel Hotel Tamahuchu, sehr zu empfehlen. Sauber, gemütlich, Kaffeemaschine, Kühlschrank, alles da und super nette Besitzer. Ach und unser Zimmer hatte sogar eine Terrasse!
Wäre ich später gerne noch einmal hingefahren, war aber leider ausgebucht.
Bilder zum Tag 6:
Tag 7 11.02.2026 Mittwoch 24 km und 1362 Höhenmeter
Vallehermoso – oberhalb von Hermigua
Um 7 Uhr ging der Wecker. Viel zu früh, denn wir hatten so gut geschlafen. Frühstück war inbegriffen und so gingen wir erstmal gemütlich frühstücken. Ein sehr reichhaltiges Frühstück! Dann sagten wir tschüss zu unserem schönen Hotel und machten uns frisch gestärkt auf den Weg.
Aus der Stadt raus, ging es gleich wieder ordentlich steil bergan und desto höher wir kamen, umso nebliger wurde es. Aber der Nebel ließ alles mystischer erscheinen und ein Vorteil war, es war nicht so warm. Runter nach Hermigua war dann doch nicht so einfach zu gehen, es ging ziemlich steil und matschig, also rutschig bergab und so musste man sehr aufpassen, dass man keinen falschen Schritt machte. Da wir in Hermigua keine Unterkunft bekommen hatten kauften wir hier noch eine Kleinigkeit ein, vor allem Wasser, da das die letzte Möglichkeit vor San Sebastian war. Dann ging es erstmal wieder steil bergan und wir mussten noch eine ganze Weile suchen bis wir einen geeigneten Platz zum Campen gefunden hatten.
Was man immer beachten muss: Im Nationalpark Garajonay darf man auf gar keinen Fall campen!
Bilder zum Tag 7:
Tag 8 12.02.2026 Donnerstag 23 km Und 665 Höhenmeter
oberhalb von Hermigua – San Sebastian
Heute wollten wir nicht zu spät los. Um halb 8 auf und gepackt und gefrühstückt. Aber als wir los wollten kamen Jagdbeamte vorbei, die uns mitteilten wir könnten nicht weiter. Da bis 10 Uhr gejagt wird. Wir hatten die Wahl nach Hermigua zurück oder in einem verlassenen Haus wovon einige raumstanden auszuharren – bis 10 Uhr. Naja zurück, den steilen Berg wieder runter war keine Option. Schade war nur, dass dadurch alles wieder viel später wurde. Aber ja, dafür war der Weg heute anfangs recht gut zu gehen. Einige km ging es auf einer ruhigen Straße entlang der Berge. Eine Wohltat für die Beine und Füße.
Aber dann holten uns doch wieder die Steine ein. Für kleine Leute ist der GR132 eine echte Herausforderung, die ohne Trekkingstöcke kaum zu bewältigen ist.
Gegen 18 Uhr erreichten wir endlich unser Appartement in San Sebastian und holten uns eine verdiente Pizza.















































