Tag 21 – Tag 24 — 23.07. – 26.07. des Bikepacking Abenteuers GDMBR

GDMBR Tag 21 23.07. — Wayfarer Flathead State Park – Ponderosa Veteran Camp 59 km und 844 Höhenmeter

Die Nacht im Flathead State Park war sehr gut gewesen. Schön ruhig, obwohl sich der Platz gestern noch ordentlich füllte. Das Zelt leider wieder sehr nass, es hatte in der Nacht auch noch einmal geregnet. Es ist 10.40 Uhr, als wir endlich loskommen, aber dafür ist das Zelt fast trocken. Aber es schien schonmal die Sonne.
Heute sollte es ja wärmer werden, aber es hielt sich in Grenzen. Beim bergab fahren war es doch ziemlich kalt. Auch sonst machte der Trail heute keinen richtigen Spaß.
Er war eher dunkel und langweilig. Außerdem fing mein Knie an weh zu tun. Also fuhren wir ein Stück auf der Straße, die auch gar nicht so sehr befahren war. Außerdem ging ein kleiner Single Trail direkt an der Straße entlang, dass war natürlich noch besser zu fahren. Für 20 Dollar durften wir auf dem Ponderosa Veteran Camp übernachten., welches wohl hauptsächlich für Veteranen und ihren Familien ist. Aber ich denke auch Bikepacker sind willkommen. Den Platz konnten wir uns selbst aussuchen und Waschräume und Aufenthaltsraum benutzen. Wasser gab es auch! Ein überdachter Tisch mit Bank rundete alles ab. Es war wirklich großartig hier.
Wir machten Kaffee und Essen. So hatte der Tag noch ein gutes Ende genommen.

GDMBR Tag 22 24.07. — Ponderosa Veteran Camp – ?? auf dem Weg zum Seeley Lake 61 km und 903 Höhenmeter

Die Nacht wieder sehr gut geschlafen. Erst gegen 8 Uhr wach geworden und es wurde wieder mal spät. Da wir den Aufenthaltsraum nutzen durften, saßen wir noch lange dort um unsere Elektrogräte zu laden und am Laptop zu arbeiten.
Gegen ca. 10 Uhr starteten wir bei strahlendem Sonnenschein! Es sollte heute richtig warm werden bis zu 32 Grad. Ich war gespannt. Bis jetzt hatte die Wettervorhersage nie so richtig gestimmt.
Beim Bepacken unserer Räder kam noch ein Veteran aus Südoregon vorbei und schenkte uns ein Wasa Knäckebrot. Er erzählte, dass er sich das immer extra online bestellt und wusste, das Deutsche gerne Knäckebrot essen. Das war so furchtbar nett und so nötig, denn unsere Vorräte gingen zu Ende.
Zum Lunch krümelten wir zum Käse Knäckebrot in den Tortilla und abends kam es in die Nudelsuppe. Dankbar dachten wir an den Veteranen. Einen Platz zum Schlafen fanden wir an einer Straßeneinfahrt, die in den Wald führte. Das war ein richtiger toller Platz. 

GDMBR Tag 23 25.07. — irgendwo auf dem Weg zum Seeley Lake – Seeley Lake 54 km und 903 Höhenmeter

Es war wirklich Zeit, dass wir endlich zum Einkaufen kamen. Wir hatten kaum noch Lebensmittel und sehr wenig Wasser, aber es reichte noch für Haferflocken und einen Kaffee.
Dann fuhren wir erstmal wieder auf den GDMBR, was wir auch nicht bereuten, denn die Landschaft war wunderschön gewesen. Heute sollte es sehr warm werden und das stimmte auch direkt mal. Die 30 Grad fühlten sich nach den vielen kühlen Tagen nach mehr an. Die große Steigung auf 2000 hm machte uns Sorgen bei der Hitze. Und so nahmen wir auf 1500 hm den einfacheren Weg zur Straße, um dann entlang der Straße nach Seely Lake zu radeln.
Hier angekommen, standen wir unschlüssig zufällig am Ice Cream Palace und überlegten, wo wir übernachten könnten.
Der Besitzer kam raus und sprach uns an: Ob wir einen Campingspot suchen würden? Nachdem wir das bejahten bot er uns an, dass wir im Hinterhof des Ice Cream Palace campen könnten. Kostenlos! Auf der anderen Seite der Straße gab es einen Waschsalon mit Dusche und WC – Perfekt! Die Leute sind so freundlich und hilfsbereit, einfach unglaublich.
Also bauten wir unser Zelt auf, gingen einkaufen und holten uns vegane Burger mit Pommes und Lemon-Lime Slushis vom Ice Cream Palace. 20 Dollar für zwei Personen, dass war nicht teuer und dazu noch sehr, sehr gut.

GDMBR Tag 24 26.07. — Seeley Lake – Ovando 46 km und 550 Höhenmeter

Heute morgen wurden wir schon recht früh wach – 7 Uhr. Die Krähen weckten uns.
Die Nacht war etwas unruhig gewesen, da auf der anderen Straßenseite noch ganz schön lange gefeiert wurde mit lauter Country Musik oder war es sogar Karaoke? Aber ich empfand das nicht als schlimm. Irgendwann war dann auch Ruhe.
Der Morgen war obwohl schon die Sonne schien, doch noch recht kühl, aber der blaue Himmel versprach wieder einen schönen, warmen Tag!
Nach dem Frühstück ging es gegen 9 Uhr los. Unser Plan heute: Ovando!
Es ist schon lustig. Man ist nie zufrieden. Da ist man die ganze Zeit am wundern, zu viel Regen, zu kalt und nun schien die Sonne und es war warm, da stöhnte man wegen der Hitze. Durch die Hitze wurden auch die kleinen Steigungen anstrengender und die Autofahrer, die an uns vorbeisausten machten es uns nicht leichter, wenn sie uns in eine Staubwolke einhüllten. Aber die schöne Landschaft entschädigte uns wieder.

Beautiful Montana!

Andere GDMBR Fahrer sausten an uns vorbei und machten mir wieder mal ein schlechtes Gewissen, weil ich so langsam war. Aber ganz ehrlich hätte es mir in der Seele leid getan, diese schöne Landschaft so schnell zu durchfahren. Wenn man nicht mal Zeit hat stehen zu bleiben und auf den See zu schauen und alles in sich aufzusaugen und zu genießen. Zum Teil sehnte ich mich sogar zum Wandern zurück, wo man Entschleunigung noch richtig fühlen kann.

Die Schmetterlinge hier auf dem Weg sind der Hammer, alles voll! So viele habe ich noch nie gesehen! Da träumen wir zu Hause von!

Unser Weg durch die Wälder bringt uns auch an einen Teil vorbei, wo es wohl vor einigen Jahren gebrannt haben muss. Überall die abgebrannten Baumreste und dazwischen kamen viele kleine Laubbäume heraus. Überhaupt muss diese Gegend hier mit den vielen Laubbäumen, auch im Herbst wunderschön sein.

Endlich erreichten wir Ovando. Aber wo übernachten? Im kleinen Supermarkt inkl. Eisdiele fragten wir und hatten dann die Wahl zwischen Chuck Wagon, Tipi oder Jail. Wir wählten das Jail, also das Gefängnis.
Auch hätte man in dem Supermarkt eine Unterkunft bekommen können, wenn etwas frei gewesen wäre.
Der Ort war klein, aber sehr interessant. Ein kleiner Supermarkt mit Eisdiele und kleiner Pension, der bis immerhin 18 Uhr aufhatte, die kostenlosen Unterkünfte für Biker, nun ja über eine Spende freute man sich. Was auch für die Kirche galt. Hier konnte man Wäsche waschen, die Waschräume benutzen und im Aufenthaltsraum auch übernachten, gegen eine kleine Spende. Jedenfalls sprachen wir mit dem Pastor und er meinte 5 Dollar, als Spende wären schon eine nette Geste (was ich persönlich für diese Annehmlichkeiten viel zu wenig finde). Die Spenden helfen dem kleinen Ort und auch die Möglichkeit weiterhin diese Unterkünfte anzubieten. Ein Café servierte Frühstück und Lunch, ein Angelgeschäft indem es aber nicht nur Angel-Equipement gab, sondern auch Andenken, Campingzubehör wie z.B. Gaskartuschen, Fahrradzubehör und Werkzeuge um sein Rad zu reparieren.
Im Jail hinterließen wir eine 10 Dollar Spende und gingen mehrmals einkaufen. Und wir nutzten die Duschen in der Kirche und ließen dort auch noch einmal 10 Dollar. Das war es Wert um den Staub abzuwaschen.

Wir waren jedenfalls froh und glücklich im Jail zu übernachten, denn es zog ein Sturm auf, der aber Gott sei Dank nur kurz war.  Wir hatten schon befürchtet, dass es ein starkes Gewitter gibt. Die Wolken sahen so dunkel und gefährlich aus. Aber im Zelt bei Gewitter, wenn man es vermeiden kann…. Es fielen auch ein paar Tropfen, aber das war’s dann auch schon. Später hörte man es noch grummeln und in der Ferne blitzen.
Um 22 Uhr ging auch dieser aufregende Tag zu Ende.

Tag 25 – Tag 29 – 27.07. – 31.07. des Bikepacking Abenteuers GDMBR

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